Skip links

Konzept


Projektziele

Das Kultur-Projekt „High Life“ knüpft an die bestehenden Anlaufstellen der Drogenhilfe Frankfurt an. Es bietet Menschen mit Drogenproblemen über künstlerische Aktivitäten positive Alternativen zu ihren Lebenswelten, als auch neue Lern-, Ausdrucks- und Verarbeitungsformen.

Der Kontaktaufbau mit Drogensüchtigen und ehemaligen Abhängigen findet über Substitutionsambulanzen, Krisenzentren, Therapieeinrichtungen, Bildungsstätten sowie Wohn- und Lebensgemeinschaften statt. Die Studierenden konzipierten und organisierten dort künstlerische Workshops, die sie auch selbst anleiten. In diesem Projekt wird bewusst eine Zielgruppe der sozialen Arbeit fokussiert, die weitgehend aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden ist. Nur an wenigen Orten wie im Frankfurter Bahnhofsviertel sind Drogennutzer*innen zu sehen. Viele Einrichtungen in Frankfurt liegen in abgelegenen Stadtteilen. Dabei betreibt die Stadt eine erfolgreiche und international beachtete Drogenpolitik mit innovativen Hilfsmaßnahmen für Drogensüchtige. Der „Frankfurter Weg“ beinhaltet u. a. neben einer medizinisch begleiteten Vergabe von Drogenersatzstoffen auch eine enge sozialarbeiterische Begleitung, um den Betroffenen ein würdevolles Leben zu ermöglichen.

Kulturangebote gibt es in diesem sozialen Feld nur vereinzelt. „Wir möchten den aktiven und ehemaligen Drogennutzerinnen und -nutzern die Teilnahme am kulturellen Leben ermöglichen, ihnen künstlerische Ausdrucksformen an die Hand geben und damit zur Stärkung ihres Selbstbewusstseins beitragen. Kultur gibt ihnen eine alternative Möglichkeit, ihre eigenen Energien zu entdecken. Sie selbst werden zu Gestaltern, verarbeiten ihre Lebensthemen künstlerisch und werden als Person wahrgenommen“, so Leila Antary, Studentin im Bachelor-Studiengang Soziale Arbeit.

Produktion von eigenen Songs

Unter den Ergebnis-Produkten des Projektes befinden sich unter anderem drei Musik-CDs mit Songs, die von aktiven und ehemaligen Drogennutzer*innen selbst komponiert, gespielt und eingesungen wurden. In ihren authentischen und direkten Texten thematisieren sie ihre Lebenserfahrungen, ihre bitteren und schönen Momente und ihre Wege in die Zukunft. Sie handeln von U-Haft, Rausch, den Dämonen der Vergangenheit, Beschaffungsdelikten, Zuversicht und Liebe. Zu hören sind Rap, HipHop, Reggae, Pop, Sound Poetry, Techno, Elektro-Pop, Soundtrack, Elektro-Swing, Minimal Music, R´n´B, Bagpipe Music, Dubstep und Singer-Songwriter Music.

Und wie geht es weiter?

Nach den Corona-Jahren sind vorerst keine großen multimedialen Events geplant, aber „High Life“ lebt weiter: In verschiedenen Einrichtungen der Suchthilfe werden regelmäßig künstlerische Projekte von Studierenden aus dem Schwerpunkt Kultur und Medien angeboten. Manche Kooperationen wie mit dem SAGS (kontinuierliche Betreuung der Band) und dem BZH (regelmäßige Workshopangebote) haben sich bereits etabliert. Meist werden Projekt-Ergebnisse in kleinerem Rahmen präsentiert. Doch immer wieder kommen auch neue Mitarbeitende oder Adressat:innen der Suchthilfe direkt auf uns zu und so entstehen regelmäßig neue einzelne Projekte. So entstand in Zusammenarbeit mit dem Autor Tobias Krähenbühl im JUBAZ ein Videoprojekt, in der betreuten Wohngemeinschaft Gutleutstraße wurde ein Song produziert.

Dokumentation High Life

Ausschnitt aus dem Dokumentarischen Theater