Konzept

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Kurzbeschreibung

Drogennutzer*innen, aktive und ehemalige, machen Kunst – zusammen mit Studierenden der Sozialen Arbeit der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS). Im Rahmen ihres Studienschwerpunkts „Kultur und Medien“ arbeiten Studierende mit bisher circa 150 Drogennutzer*innen künstlerisch-musikalisch zusammen. Ziel ist die Produktion von eigenen Songs, von Videos, Theater, Kunst und Texten, welche die Lebenswelten, Gedanken, Probleme, Hoffnungen und Träume von Drogensüchtigen der Öffentlichkeit zugänglich machen. Beteiligt sind bisher zehn Frankfurter Drogenhilfeeinrichtungen. Das Projekt startete in 2015 und führte in 2016 und 2017 jeweils zur Veröffentlichung von Audio-CDs und zu multimedialen Aufführungen im Gallustheater Frankfurt. Seit April 2018 wird das Projekt fortgesetzt.

Projektziele

Das Kultur-Projekt „High Life“ knüpft an die bestehenden Anlaufstellen der Drogenhilfe Frankfurt an. Es bietet Menschen mit Drogenproblemen über künstlerische Aktivitäten positive Alternativen zu ihren Lebenswelten, als auch neue Lern-, Ausdrucks- und Verarbeitungsformen.

Der Kontaktaufbau mit Drogensüchtigen und ehemaligen Abhängigen findet über Substitutionsambulanzen, Krisenzentren, Therapieeinrichtungen, Bildungsstätten sowie Wohn- und Lebensgemeinschaften statt. Die Studierenden konzipierten und organisierten dort Workshops, die sie auch selbst anleiten. In diesem Projekt wird bewusst eine Zielgruppe der sozialen Arbeit fokussiert, die weitgehend aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden ist. Nur an wenigen Orten wie im Frankfurter Bahnhofsviertel sind Drogennutzer*innen zu sehen. Viele Einrichtungen in Frankfurt liegen in abgelegenen Stadtteilen. Dabei betreibt die Stadt eine erfolgreiche und international beachtete Drogenpolitik mit innovativen Hilfsmaßnahmen für Drogensüchtige. Der „Frankfurter Weg“ beinhaltet u. a. neben einer medizinisch begleiteten Vergabe von Drogenersatzstoffen auch eine enge sozialarbeiterische Begleitung, um den Betroffenen ein würdevolles Leben zu ermöglichen.

Kulturangebote gibt es in diesem sozialen Feld nur vereinzelt. „Wir möchten den aktiven und ehemaligen Drogennutzerinnen und -nutzern die Teilnahme am kulturellen Leben ermöglichen, ihnen künstlerische Ausdrucksformen an die Hand geben und damit zur Stärkung ihres Selbstbewusstseins beitragen. Kultur gibt ihnen eine alternative Möglichkeit, ihre eigenen Energien zu entdecken. Sie selbst werden zu Gestaltern, verarbeiten ihre Lebensthemen künstlerisch und werden als Person wahrgenommen“, so Leila Antary, Studentin im Bachelor-Studiengang Soziale Arbeit.

Produktion von eigenen Songs

Unter den Ergebnis-Produkten des Projektes befinden sich inzwischen zwei Musik-CDs mit Songs, die von aktiven und ehemaligen Drogennutzer*innen selbst komponiert, gespielt und eingesungen wurden. In ihren authentischen und direkten Texten thematisieren sie ihre Lebenserfahrungen, ihre bitteren und schönen Momente und ihre Wege in die Zukunft. Sie handeln von U-Haft, Rausch, den Dämonen der Vergangenheit, Beschaffungsdelikten, Zuversicht und Liebe. Zu hören sind Rap, HipHop, Reggae, Pop, Sound Poetry, Techno, Elektro-Pop, Soundtrack, Elektro-Swing, Minimal Music, R´n´B, Bagpipe Music, Dubstep und Singer-Songwriter Music.

 

Zeitlicher Rahmen der dritten Projektphase „High Life“

ab April 2018
Vorbereitung des Projektes durch Studierende der Sozialen Arbeit
Juli – Oktober 2018
Workshops zu Musikproduktion, Video, Theater, Kreatives Schreiben, Kunst,
angeleitet durch Studierende in verschiedenen Drogenhilfeeinrichtungen
Ab Oktober 2018
Fertigstellung der bisher erarbeiteten Produkte
Proben und Erarbeitung eines gemeinsamen Events
Voraussichtlich Ende Januar 2019
Öffentlicher Event als Abschluss der dritten Projektphase
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